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Wo sind die Farben hin?

Im Moment dringen sie wieder nicht zu mir durch. Auch kein Grau. Alles ist wieder nur schwarz und/oder weiss. Nichts dazwischen. Eben war noch alles ganz schwarz. Gestern verletzt, heute verletzt und überhaupt… ein mega Druck und eine totale Gleichgültigkeit dem SVV gegenüber. Also nicht das es egal ist ob ich es tue oder nicht. Denn dann könnte ich es ja auch lassen. Nein, es ist mir egal wenn es passiert ist. Es stört mich nicht und das ist grade schlimm, weil dann die Hemmschwelle es zu tun kleiner ist. Wenns mir grade schnuppe ist ob mein Arm eine Narbe mehr bekommt und was andere davon halten das es wieder auftritt, dann ist es viel leichter es einfach zu tun. Weil, wozu dagegen kämpfen. Ich mag grad auch gar nicht dagegen kämpfen. Ich weiß nicht was passiert ist in den letzten paar Tagen, daß sich meine Einstellung wieder so sehr geändert hat. Mein Ziel war es doch mich dieses Jahr gar nicht zu verletzen. Und jetzt… Ist es schon 3x innerhalb von zwei Wochen passiert. Und im Moment habe ich nichtmal den Wunsch auch nur eine Woche ohne zu schaffen. Habe nicht mehr den Willen dagegen anzugehen. Den habe ich irgendwo in den letzten Tagen verloren. Und ich kann nicht mal sagen wie, wann und wo.

Und trotzdem ist jetzt plötzlich grade weiß im Vordergrund. T. hat geschrieben er ist schon in ca. ner halben Stunde hier. Und plötzlich hat sich das schwarz in weiss verwandelt. Die Schwere und Dunkelheit in und um mein Herz sind auf einmal erhellt. Es fühlt sich wieder leicht an und ich kann „atmen“
Und dennoch ist der Wille mich nicht mehr verletzen zu wollen noch verloren. Noch ist Winter… Man trägt lange Sachen…. es muss ja niemand erfahren wie oft es jetzt vorkommt… all das spukt in meinem Kopf rum.

Ein Teil von mir will darüber reden. Hilfe haben. Doch der andere Teil wil sich einfach nur weiter verletzen. Vielleicht will er auch nicht zulassen, daß es mir mal gut geht. Daß ich mal glücklich bin.
Oder es liegt an dieser verdammten Verlustangst. Denn wenn ich ihn verliere wegen ständigem selbst verletzen, dann bin ich selber schuld. Und dann hat nicht er mir weh getan, sondern ich mir selber. Und das ist einfacher für mich zu ertragen.

schwarz-weiss gegen bunt

Leben in schwarz-weiss. Ja das ist es oft. Mal ist alles gut und mal ist alles schlecht. Ein dazwischen gibt es nur wenig. Keine Grautöne, geschweige denn Farben. Aber ich habe mich entschieden Farben in mein Leben zu lassen. Erstmal vielleicht wirklich die verschiedenen Grautöne und dann irgendwann die Farben in ihrer ganzen Palette.
Denn ein buntes Leben ist bestimmt schöner als ein Leben in schwarz-weiss.

Und jetzt gibt es auch T. Er bringt Farben in mein Leben. Die ich noch nicht ganz annehmen kann, aber ich möchte es so gerne… Mein Leben war so lange nur schwarz-weiss. Seit meinem 11. Lebensjahr eigentlich. Ja die Zeit mit H. war zwischendurch auch mal bunt. Aber jetzt existiert er hier nicht mehr und es wurde alles tiefschwarz.
Doch T. scheint die Farben zurück in mein Leben zu bringen. So viele Schmetterlinge wie ich jetzt im Bauch habe, hatte ich nichtmal für P. und da war es schon ein ganzer Schwarm.
Trotzdem gibt es grade diesen Kampf. Weiß und alle anderen Farben gegen das Schwarze.
Ich liebe T. und ich weiß (oder glaube zu wissen), daß er mich auch liebt. Dennoch kommt mir da das 1. Borderline-Kriterium in die Quere.
Verzweifeltes Bemühen, tatsächliches oder vermutetes Verlassen werden zu vermeiden
Betroffene haben große Angst davor, von wichtigen Menschen verlassen zu werde. Diese Befürchtung kann der Realität entsprechen, aber auch eingebildet sein.

Ich habe so dermaßen Verlustängste. Ich möchte T. nicht wieder verlieren. Aber die Ängste sind so extrem da, daß ich Angst habe was falsch zu machen und ihn dadurch erst Recht zu verlieren. Zudem kommt das ich mich mal wieder selber gar nicht mag. Und in solchen Phasen fällt es mir eh verdammt schwer zu glauben, daß es Menschen gibt die mich mögen, geschweige denn lieben.

Werde gleich mit meiner Betreuerin darüber reden und vielleicht auch heute nachmittag mit meinem Therapeuten. Mal schauen. Eigentlich war für die Therapiestunde nämlich was anderes geplant. Aber vielleicht kriegen wir dieses Thema dennoch untergebracht.

T. hat mir schon mehrmals versichert das ich mir keine Sorgen machen muss und ich ihn nicht verlieren werde. Ich glaube es ihm ja auch und weiß das die Ängste zu 99% unbegründet sind. Dennoch sitzen sie tief. Und sie verhindern, daß ich die Farben die in mein Leben wollen zulassen kann.