Neuer Mut, neue Farben…

Mein Kampfgeist ist wieder da. Und auch die Farben schimmern wieder leicht durch das Dunkel hindurch.
T. schafft es immer wieder die Dunkelheit zu erhellen.
Letzte Nacht noch alles schwarz und dunkel, bis hin zum SVV.

Doch seit heute morgen ist da wieder neuer Mut. Neuer Wille gegen den SVV-Druck anzugehen. Ihn nicht einfach zu lassen, sondern bewusst wieder Skills (oder Bedarf) einsetzen. Denn ich möchte mich nicht mehr verletzen. Ja die Welt ist oft mies, dunkel und trostlos. Aber im Endeffekt… Das SVV bringt auf jeden Fall keine Helligkeit und keine Farben in mein Leben.
Und nein. Nicht nur wegen T. Auch um meinetwillen möchte ich wieder aus dem Teufelskreis SVV rauskommen.
An meinen Armen ist bald kaum noch Platz und ich möchte nicht auch noch weitere Körperteile mit Narben verzieren. Ich möchte es wieder ohne schaffen und diesmal ohne mich selber unter Druck zu setzen. Ich weiß, daß ich es schaffen kann. Aber ich weiß auch, daß es hin und wieder passieren kann. Aber auch dann geht die Welt nicht unter. Und diese Einstellung hat mir lange gefehlt.
So lange ich mir das SVV verbiete, kommt automatisch bei mir mehr Druck auf.
Jetzt habe ich endlich nach fast 5 Jahren die Einstellung zurück mit der ich es von September 2010 bis Mai 2013 ohne SVV geschafft habe. (und in der Zeit hatte ich nichtmal Medis)
Und die Einstellung ist: „Ich will es nicht mehr tun, wenns aber passiert ist das auch kein Weltuntergang“ Damit hab ich es ganz lange ohne geschafft, erst als die 3 Jahre ohne SVV immer näher rückten und ich mir wieder Druck machte von wegen: „Ich MUSS die drei Jahre schaffen“ hab ich dem Druck irgendwann nicht mehr standhalten können.
Aber seit heute denke ich wie damals. Endlich wieder.

Auch ansonsten… ich weiß nicht was die Nacht mit mir passiert ist. Ja es kam zum SVV. Aber es hat mir meine alte Einstellung zurück gebracht und T. ist immer noch an meiner Seite. Selbst die Verlustangst ist nicht mehr so groß. Nicht weil ich ihn weniger liebe und es mir egal wäre ihn zu verlieren. Nein, es ist einfach… ich denke ich lerne langsam Vertrauen in ihn zu haben. Und in seine Worte, wenn er sagt, daß ich ihn nicht verlieren werde. Wofür es auch keine Anzeichen gibt. Ich bin so froh ihn zu haben. Er ist das Beste was mir seit langem passiert ist.

Wo sind die Farben hin?

Im Moment dringen sie wieder nicht zu mir durch. Auch kein Grau. Alles ist wieder nur schwarz und/oder weiss. Nichts dazwischen. Eben war noch alles ganz schwarz. Gestern verletzt, heute verletzt und überhaupt… ein mega Druck und eine totale Gleichgültigkeit dem SVV gegenüber. Also nicht das es egal ist ob ich es tue oder nicht. Denn dann könnte ich es ja auch lassen. Nein, es ist mir egal wenn es passiert ist. Es stört mich nicht und das ist grade schlimm, weil dann die Hemmschwelle es zu tun kleiner ist. Wenns mir grade schnuppe ist ob mein Arm eine Narbe mehr bekommt und was andere davon halten das es wieder auftritt, dann ist es viel leichter es einfach zu tun. Weil, wozu dagegen kämpfen. Ich mag grad auch gar nicht dagegen kämpfen. Ich weiß nicht was passiert ist in den letzten paar Tagen, daß sich meine Einstellung wieder so sehr geändert hat. Mein Ziel war es doch mich dieses Jahr gar nicht zu verletzen. Und jetzt… Ist es schon 3x innerhalb von zwei Wochen passiert. Und im Moment habe ich nichtmal den Wunsch auch nur eine Woche ohne zu schaffen. Habe nicht mehr den Willen dagegen anzugehen. Den habe ich irgendwo in den letzten Tagen verloren. Und ich kann nicht mal sagen wie, wann und wo.

Und trotzdem ist jetzt plötzlich grade weiß im Vordergrund. T. hat geschrieben er ist schon in ca. ner halben Stunde hier. Und plötzlich hat sich das schwarz in weiss verwandelt. Die Schwere und Dunkelheit in und um mein Herz sind auf einmal erhellt. Es fühlt sich wieder leicht an und ich kann „atmen“
Und dennoch ist der Wille mich nicht mehr verletzen zu wollen noch verloren. Noch ist Winter… Man trägt lange Sachen…. es muss ja niemand erfahren wie oft es jetzt vorkommt… all das spukt in meinem Kopf rum.

Ein Teil von mir will darüber reden. Hilfe haben. Doch der andere Teil wil sich einfach nur weiter verletzen. Vielleicht will er auch nicht zulassen, daß es mir mal gut geht. Daß ich mal glücklich bin.
Oder es liegt an dieser verdammten Verlustangst. Denn wenn ich ihn verliere wegen ständigem selbst verletzen, dann bin ich selber schuld. Und dann hat nicht er mir weh getan, sondern ich mir selber. Und das ist einfacher für mich zu ertragen.

schwarz-weiss gegen bunt

Leben in schwarz-weiss. Ja das ist es oft. Mal ist alles gut und mal ist alles schlecht. Ein dazwischen gibt es nur wenig. Keine Grautöne, geschweige denn Farben. Aber ich habe mich entschieden Farben in mein Leben zu lassen. Erstmal vielleicht wirklich die verschiedenen Grautöne und dann irgendwann die Farben in ihrer ganzen Palette.
Denn ein buntes Leben ist bestimmt schöner als ein Leben in schwarz-weiss.

Und jetzt gibt es auch T. Er bringt Farben in mein Leben. Die ich noch nicht ganz annehmen kann, aber ich möchte es so gerne… Mein Leben war so lange nur schwarz-weiss. Seit meinem 11. Lebensjahr eigentlich. Ja die Zeit mit H. war zwischendurch auch mal bunt. Aber jetzt existiert er hier nicht mehr und es wurde alles tiefschwarz.
Doch T. scheint die Farben zurück in mein Leben zu bringen. So viele Schmetterlinge wie ich jetzt im Bauch habe, hatte ich nichtmal für P. und da war es schon ein ganzer Schwarm.
Trotzdem gibt es grade diesen Kampf. Weiß und alle anderen Farben gegen das Schwarze.
Ich liebe T. und ich weiß (oder glaube zu wissen), daß er mich auch liebt. Dennoch kommt mir da das 1. Borderline-Kriterium in die Quere.
Verzweifeltes Bemühen, tatsächliches oder vermutetes Verlassen werden zu vermeiden
Betroffene haben große Angst davor, von wichtigen Menschen verlassen zu werde. Diese Befürchtung kann der Realität entsprechen, aber auch eingebildet sein.

Ich habe so dermaßen Verlustängste. Ich möchte T. nicht wieder verlieren. Aber die Ängste sind so extrem da, daß ich Angst habe was falsch zu machen und ihn dadurch erst Recht zu verlieren. Zudem kommt das ich mich mal wieder selber gar nicht mag. Und in solchen Phasen fällt es mir eh verdammt schwer zu glauben, daß es Menschen gibt die mich mögen, geschweige denn lieben.

Werde gleich mit meiner Betreuerin darüber reden und vielleicht auch heute nachmittag mit meinem Therapeuten. Mal schauen. Eigentlich war für die Therapiestunde nämlich was anderes geplant. Aber vielleicht kriegen wir dieses Thema dennoch untergebracht.

T. hat mir schon mehrmals versichert das ich mir keine Sorgen machen muss und ich ihn nicht verlieren werde. Ich glaube es ihm ja auch und weiß das die Ängste zu 99% unbegründet sind. Dennoch sitzen sie tief. Und sie verhindern, daß ich die Farben die in mein Leben wollen zulassen kann.